Geburtsvorbereitung für Männer oder geburtsbegleitende Personen

Sie möchten als werdender Vater Ihre Frau bei der Geburt unterstützen?

In der Geburtsvorbereitung lernen Sie, auf die Gebärfähigkeit Ihrer Frau zu vertrauen und ihre Bedürfnisse besser zu verstehen. Ihre Anwesenheit bei der Geburt ist gut und sinnvoll.

Sie lernen, schmerzlindernde Massagen und Atemhilfen zu geben und üben gemeinsam mit Ihrer Partnerin das Halten und Stützen in verschiedenen Gebärpositionen.

Sie erfahren, dass Stöhnen, Jammern, Tönen und Schreien geburtsförderndes und schmerzerleichernes Verhalten sind

Zur gelungenen Geburtsvorbereitung gehört auch die Vorbereitung auf das Wochenbett und den Rollenübergang in die Elternschaft. So wird die Bindung des Paares aneinander und an das Kind gestärkt.

 

((ZUM AUSDRUCKEN GESTALTEN))

Handzettel für werdende Väter bei der Geburt

Vielleicht fällt Ihnen jetzt vor lauter Aufregung nicht mehr ein, was Sie in der Geburtsvorbereitung gelernt haben. Vertrauen Sie auf die Geburtskraft Ihrer Partnerin. Hier ein paar Erin­nerungshilfen:

 

  1. Wenn Sie vermuten, dass die Frucht­blase gesprungen ist, rufen Sie Ihre Hebamme an oder suchen Sie die Klinik Ihrer Wahl auf. Sollte der Kopf des Kindes noch nicht im kleinen Becken sein, lagern Sie Ihre Frau mit erhöhtem Becken oder erinnern Sie sie daran, die tiefe Knie-Ellenbogen-Lage einzunehmen. Bei geplanter Kli­nikgeburt veranlassen Sie in diesem Fall den liegenden Transport mit dem Krankenwagen.
  2. Bei verstärkten Blutungen informie­ren Sie SOFORT die Hebamme bzw. suchen Sie auf dem schnellsten Weg die Klinik auf
  3. Treten seit einer Stunde regelmäßi­ge, kräftige Wehen im Abstand von 5 Minuten auf, verständigen Sie die Hebamme oder fahren Sie in die Klinik
  4. Wenn Sie sich unsicher fühlen, dür­fen Sie selbstverständlich jederzeit den kompetenten Beistand Ihrer Hebamme einholen
  5. Bereiten Sie Ihrer Partnerin ein war­mes Entspannungsbad zur Linde­rung der Geburtsschmerzen
  6. Auf dem Weg zur Klinik mit dem ei­genen PKW: Fahren Sie langsam und beachten Sie die Verkehrsregeln. Die wehende Frau nimmt auf der Rückbank Platz. Vielleicht möchten Sie sich lieber chauffieren lassen. Kliniktasche und Brotzeit nicht ver­gessen!

Tipps zur Bewältigung der Wehen:

  • Kleiden Sie sich bequem, sorgen Sie für Ihr leibliches Wohl, nehmen Sie rückenschonende Haltungen ein, wenn Sie Massagen geben oder Ihre Frau stützen und halten
  • Reichen Sie Erfrischungen, Tee, Wasser, eine kräftigende Brühe oder ein nasses Läppchen zum Saugen und eine fetthaltige Salbe zur Lip­penpflege an
  • Sorgen Sie für eine bequeme Lage­rung der Gebärenden (Knierolle, evtl. Steißkissen in der letzten Phase der Geburt) und ausreichend Wärme (zweite Decke, Wärmflasche, Kirsch­kernkissen)
  • Lenken Sie Ihre Frau während der Wehe nicht ab, Sie braucht alle Auf­merksamkeit für ihren Körper
  • Geben Sie verbale Atemhilfe: "Atme zum Kind hin und um das Kind herum!", „Atme zu Beginn der Wehe lang und langsam aus!". Legen Sie Ihre Hände weich und flächig auf die seitlichen Rippen, die Flanken, das Kreuzbein oder den Unterbauch der Partnerin. Sie wird dann von selbst ihr Atembewusstsein dorthin lenken. Sie können Ihrer Frau helfen, die Ausatmung zu verlängern und den schmerzlindernden Effekt zu erhö­hen, indem Sie lang und langsam ihre Schultern, ihren Rücken, vom Kreuzbein über die Pobacken die Hüften und die Beine ausstreichen
  • Ermuntern Sie Ihre Frau, zu tönen, den Schmerz herauszulassen. Tönen Sie mit und geben Sie ein gutes Bei­spiel, indem auch Sie Ihren Unterkie­fer hängen lassen
  • Eine sanfte Massage von Stirn, Gesicht, Nacken und Schultern in der Wehenpause löst Spannungen im Unterkiefer und fördert den Öff­nungsprozess
  • Regen Sie Ihre Frau an, mit dem Becken zu schaukeln und zu kreisen. Legen Sie eine Hand auf ihr Kreuz­bein, die Fingerspitzen schauen zum Steißbein. Ihre Hand begleitet die Beckenbewegungen oder gibt einen leichten Druckimpuls, das Baby „zum Herzen hochzunehmen", mit dem Ausatmen den unteren Rücken gerade zu machen
  • Durch Streichungen an den Ober­schenkelinnenseiten geben Sie Öffnungshilfe für Muttermund und Beckenboden
  • Klopfen Sie die Beine aus, machen sie „Äpfelschütteln" zum Lockern der Pobacken
  • Ermuntern Sie die Gebärende, aufrech­te Positionen einzunehmen, geben Sie Halt und Stütze
  • Vielleicht mag Ihre Partnerin zeitweise keine Berührung. Vielleicht genügt es, ihre Hand zu halten und ihr zu sagen, dass sie ihre Sache sehr gut macht und dass das Baby bald kommt. Vielleicht sind Sie selber auch so überwältigt von dem Erlebnis Geburt, dass Sie genug mit sich zu tun haben. Nehmen Sie Ihre aufkommenden Gefühle an. Geburt ist eine Extremsituation. Ihre Hebamme begleitet Sie
  • Bleiben Sie in Kontakt mit Hebammen und Ärzten. Sollten Komplikationen eintreten, so ist immer Zeit genug, sich eingehend aufklären zu lassen, worum es geht, welche Maßnahmen in welchem zeitlichen Rahmen erforder­lich sind und ob es Alternativen dazu gibt. Es ist wichtig für Ihre Frau und für Sie, den Sinn medizinischer Eingriffe zu verstehen, um die Geburt gut verarbei­ten zu können.

 

Gute Wehen und eine glückliche Geburt!