Was kann ich tun, wenn ...

 

... die ersten Wehen beginnen?

Bis die Wehen stärker werden, schaf­fen Sie sich zu Hause eine angenehme Atmosphäre mit gedämpftem Licht, Geburtsdüften wie Rose, Eisenkraut, Lavendel..., und sorgen Sie für Ruhe Nochmals eine Kleinigkeit essen, das gibt Energie (z.B. Haferflocken mit Ba­nane und Zimt). Entspanntes Ein- und Ausatmen, Konzentration ist auf die AUSATMUNG gerichtet. Was tut Ihnen gut? Umherlaufen? Auf dem Pezzi-Ball kreisen und wippen? Oder im Knien das Becken bewegen? Ein mildes Bad bei 38°C? Oder einfach im Bett liegen bleiben und sich auf die Geburt einstimmen?

Sind Sie noch nicht „reif" für den Kreiß­saal, ist es besser, nochmals nach Hau­se zu fahren bzw. einen Spaziergang an der frischen Luft zu machen.

 

... die Wehen stark werden?

Beckenkreisen und Schaukeln

Veränderung der Positionen (Sei­tenlage, Stehen, Sitzen, Knien, am Partner bzw. am Seil anhängen)

Massagen mit Ausstreichen und Ausschütteln, das wärmt und fühlt sich wunderbar an

Bei Wehen, die im Rücken schmer­zen, wirkt ein warmes Kirschkernkis­sen Wunder

Wehenpause nutzen, um Muskeln zu lockern, um Atem zu schöpfen

In die Badewanne gehen (Temp. 37°C) mit Meersalz

Wärmflasche auflegen

Tönend Ausatmen (z.B. auf AA, OO, JAA oder HAA) oder summen

Wirkungsvolle Schmerzmittel (Aku­punktur, Homöopathie, Neuralthera­pie u.v.m)

Regelmäßig Blase und Darm entlee­ren.

 

... die Wehen nicht in Gang kommen oder nicht stark genug sind?

Einlauf

Rhizinusöl-Cocktail (nur von der Hebamme!)

Akupunktur (wehenanregend)

Homöopathische Arzneien

Gehen, dabei Knie heben, Tanzen mit Beckenbewegungen

Mit dem Partner kuscheln + Brust­warzen streicheln

Gewürztee trinken (mit Ingwer, Zimt, Kardamom, Orangenschalen)

Warme Füße und überhaupt WÄRME! WÄRME! WÄRME!

Bauchmassage mit erwärmtem Öl.

 

... wenn das Köpfchen nicht rutschen mag?

Aufstehen, Blase entleeren, Becken schaukeln

In erhöhter Seitenlage abwechselnd links/rechts lagern

Kuh-Katze-Bewegung (Yoga)

Äpfel schütteln"

Wenn gar nichts hilft: Fruchtblase eröffnen, evtl. Wehenmittelgabe.

 

... wenn es dem Kind zu anstrengend  wird?

Tiefe Knie-Ellbogenlage oder Seiten­lage mit erhöhtem Becken

Nicht mitdrücken, Wehen veratmen (Hebamme leitet an)

Konzentriertes Atmen zum Kind

Fenster öffnen.

 

... wenn das Köpfchen drückt?

Wut kann in dieser Phase eine unter­stützende Kraft sein

Auf tiefe, röhrende Töne wie UU und ...... ausatmen oder Schreien

Schieben Sie mit Gefühl mit, wenn Sie nicht mehr anders können

Bei aufrechten Positionen hilft die Schwerkraft mit

Warme Kompressen am Damm mit heißem Wasser, Kaffee oder war­mem ...l unterstützen die Dehnung der Beckenbodenmuskulatur.

 

... wenn das Kind geboren ist?

Das Kind mit Zeit und Ruhe begrüßen = Bondingphase

Das Kind in der ersten Stunde nach der Geburt an der Brust saugen las­sen, wenn es möchte - das fördert auch die Geburt der Plazenta.

 

 


 

SCHNELLE BABIES...

... warten nicht bis die Hebamme da ist oder die Klinik erreicht wurde.

 

Manchmal verläuft eine Geburt überra­schend schnell und Sie sind zu Hause auf sich selber angewiesen.

Tipps für die Gebärende

Geben Sie sich ganz Ihren Körperim­pulsen hin. Alles wird gut!

Lassen Sie sich aus Ihren Kleidern heraushelfen

Knien Sie sich hin, stützen Sie Ihren Oberkörper auf Bett oder Sofa, nehmen Sie den Vierfüßlerstand ein oder legen Sie sich auf die Seite (Ihr Partner hält dabei das obere Bein)

Wenn Sie den unwiderstehlichen Drang spüren, zu schieben, dann geben Sie einfach nach und schieben Sie Ihr Kind durch sich hindurch und aus sich hinaus.

Zur Beruhigung: Blut- und Fruchtwas­serflecken auf Polstermöbeln und Teppichen lassen sich hinterher gut entfernen.

 

Tipps für den Partner

Bleiben Sie gelassen. Holen Sie sich Hilfe. Die Hebamme oder den Kran­kenwagen kann auch die Nachbarin verständigen

Wenn das Baby schon auf den Damm drückt und Ihre Partnerin bereits schiebt, dann bleiben Sie bitte unbe­dingt bei ihr

Organisieren Sie sich einige saubere Handtücher und eine warme Decke, legen Sie Ihrer Frau ein dickes großes Handtuch unter

Wenn der Kopf des Kindes in der Scheidenöffnung erscheint, atmen Sie erstmal lang aus. Ziehen Sie nicht am Kind. Es wird in Ihre Hände gleiten, Sie brauchen es nur aufzu­fangen. Nehmen Sie dazu eines der bereitgelegten Handtücher.

Nachdem der Kopf geboren ist, dreht das Kind sein Köpfchen zur Seite und die Schultern gleiten durch das Becken. Der Rumpf und die Beine folgen. Reiben Sie das Neugeborene mit dem Handtuch sanft trocken und wickeln Sie es in ein frisches trockenes Handtuch.

Legen Sie der Mutter das Baby auf den Bauch. Decken Sie beide gut zu, denn Neugeborene kühlen sehr schnell aus. Sie brauchen die Nabelschnur nicht zu durchtrennen. Der Nabelschnurkreislauf verschließt sich von selbst einige Mi­nuten nach der Geburt. Auch nach der Geburt des Mutterkuchens könnte das Baby noch an der Nabelschnur bleiben, bis Hilfe eintrifft.

Wenn Sie eine Hebamme haben, die Ihr Kind abnabelt, die Rückbildung der Ge­bärmutter und den Zustand des Damm­gewebes nach der Geburt kontrolliert, bei Bedarf Scheiden- und Dammrisse näht und die erste Neugeborenenunter­suchung (U1) durchführt, können Sie Ihr Wochenbett von Anfang an zu Hause gemeinsam genießen, vorausgesetzt die Umstände dafür sind gut.

Kuscheln Sie sich zu dritt zusammen und freuen Sie sich über Ihr Baby!

 

Werde ich die Schmerzen ertragen?

Wehen sind die Geburtskräfte, ohne sie wird auf normalem Wege kein Kind geboren. Der Geburtsschmerz ist eine Folge von Anstrengung der Muskulatur und Dehnung des Gewebes. Geburt ist Grenzerfahrung und Wende­punkt, Abschied von dem, was vorher war.

 Der Körper einer Gebärenden schüttet körpereigene Schmerzmittel aus, die so genannten Endorphine. Sie sind auch entscheidend für das Gelingen der Mutter-Kind-Bindung.

 In der Geburtsvorbereitung geben wir Ihnen das Handwerkszeug, das Ihnen hilft, mit den Wehen besser umzuge­hen.

 Wir sprechen auch über medikamentö­se Schmerzlinderung. Ihre Wirkweise und Nebenwirkungen, auch auf das Kind, sind ebenso unser Thema, wie die Frage, wann ihr Einsatz sinnvoll sein kann.

 

 

Was tun bei Steißlage?

Steißlage, auch Beckenendlage genannt, bedeutet, dass das Kind mit dem Kopf nach oben und dem Po nach unten im Becken der Mutter sitzt. Etwa vier Prozent aller Kinder befin­den sich am Geburtstermin in dieser Position.

Grundsätzlich ist nach Ausschluss be­stimmter Risiken und der Unterstützung eines für die vaginale Beckenendlagen­geburt gut ausgebildeten geburtshilfli­chen Teams und guter Motivation der Frau die Geburt auf natürlichem Wege möglich.

Häufig raten Ärzte in diesem Fall zu einem geplanten Kaiserschnitt ab der 38. Schwangerschaftswoche. Für die Schwangere, deren Kind sitzt, be­ginnt oft schon zu Beginn des letzten Schwangerschaftsdrittels die Ausein­andersetzung mit der Frage, ob sie ihr Kind normal zur Welt bringen kann oder ob die Operation unumgänglich ist.

Erwarten Sie Ihr erstes Kind, brauchen Sie sich bis zur 34. SSW keine Gedan­ken zu machen, wenn es in Steißlage liegt. Das Kind hat genug Platz in der Gebärmutter, um seine Position nach Belieben zu verändern, häufig schlagen Babys noch während der 36. Woche oder später  den Purzelbaum. Vor allem bei Müttern, die bereits mehrfach geboren haben, drehen sich die Kinder oft lebhafter und das sogar bis zum Geburtstermin. Das liegt auch daran, dass der Gebärmuttermuskel nach vorangegangenen Schwangerschaften dehnungsfähiger ist. Tast- und Ultra­schalluntersuchungen zeigen lediglich eine Momentaufnahme und lassen nicht unbedingt eine Aussage über den weiteren Verlauf zu.

 

Vereinbaren Sie einen Beratungstermin mit Ihrer Hebamme. Sie wird in einem ausführlichen Gespräch mit Ihnen gemeinsam herausfinden, welche Bedeutung die Steißlage des Kindes für Sie in Ihrer Schwangerschaft hat. Sie klärt unter anderem folgende Fragen ab:

 

  • Gab es bereits vorher Steißlagen in der Familie?
  • Hatten Sie Operationen der Gebär­mutter (z.B. Myome), schwere Be­ckenverletzungen oder leiden Sie an angeborenen Beckenveränderungen?
  • Gab es in letzter Zeit Ereignisse, die Sie belastet haben?
  • Muten Sie sich möglicherweise zu viel zu (z.B. durch Berufstätigkeit, Lebensveränderungen wie Heirat oder Umzug, Verantwortung für Haus­halt oder kleine Kinder)?

 

 

Zu jedem Termin bei der Hebamme gehört eine äußere Tastuntersuchung, bei der sie die Lage des Kindes und den vorangehenden Körperteil be­stimmt. Ihre eigenen Beobachtungen zu Art und Häufigkeit der Kindsbewegungen ge­ben wertvolle Hinweise zur Beurteilung. Im Zweifelsfall kann auch eine vaginale Untersuchung angebracht sein. Nach einer gründlichen Einschätzung der Situation wählen wir geeignete Methoden aus, mit denen Sie Ihr Kind zu einer Wendung anregen können.

Sie können auch selbst etwas dazu beitragen. Regelmäßig ausgeführte Lagerungen erweisen sich häufig als gute Unterstützung. Sie zielen darauf, durch eine Erhöhung des mütterlichen Beckens den kindlichen Po aus seiner Position zu befreien.

 

  • Eine Möglichkeit ist die „Tönnchenstel­lung" (modifizierter Wendungsversuch nach Heller). ((FOTO WÄRE SCHÖN))
  • Bekannter ist die „Indische Brücke". Wegen der Rückenlage empfinden viele Schwangere sie jedoch als unange­nehm. ((FOTO WÄRE SCHÖN))
  • Hilfreich sind auch Entspannungsübun­gen, zum Beispiel die „progressive Muskelrelaxation nach Jacobson", Klangbehandlungen oder Hypnose.
  • Alternativ können Sie die metamor­phische Fußmassage, Akupunktur, Moxabustion (Erwärmung bestimmter Reizpunkte mit glimmendem Beifuß), klassische Homöopathie und die Craniosakralbehandlung anwenden. 

 

Sollte Ihr Kind sich nicht gedreht haben, können Sie die Beckenendlagenbe­ratung Ihrer Geburtsklinik aufsuchen und sich darüber informieren, wie das Team dort mit dieser Situation umgeht. Lassen Sie sich auch zur äußeren Wendung beraten. Immerhin lassen sich mit dieser Technik 85 Prozent aller Steißlagen-Kinder erfolgreich von außen drehen. Diese Technik ist jedoch ausschließlich Ärzten vorbehalten!